Weibliche Freimaurerei?
Was bedeutet es, als Frau in der Freimaurerei aktiv zu sein? Diese Frage, die zunächst sicherlich ehrliches Interesse an unserer freimaurerischen Arbeit bekundet, enthält noch eine weitere Botschaft. Denn sie grenzt “weibliche” Freimaurerei von “männlicher” Freimaurerei ab.
Der Blick der Brüder (das „Außen“) bringt uns dazu, uns mit unserer eigenen „Innensicht“ auseinanderzusetzen. In dieser Folge Aus der Bauhütte, stellen Antje und Barbara sich die Frage, ob das Geschlecht überhaupt eine Rolle innerhalb der Freimaurerei spielt.
Sie untersuchen frei von sozialen Zuschreibungen und Klischees, was Männer- und Frauenlogen verbindet und auch was sie trennt.
Das Konzept der Alterität (von lateinisch alter – der Andere) prägt die Philosophie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Denker wie Emmanuel Levinas es ins Zentrum der Ethik rückten. Es ist überall dort relevant, wo es um die Anerkennung des Gegenübers als eigenständiges Wesen geht, das nicht auf die eigenen Vorstellungen reduziert werden darf (z. B. in der interkulturellen Kommunikation oder Geschlechterforschung). Man kennt es heute aus Debatten über Diversität und Toleranz, in denen es darum geht, dem „Fremden“ mit Respekt zu begegnen, ohne dessen Andersartigkeit sofort bewerten oder „passend machen“ zu wollen.
Das „Andere“ der Frauenlogen ist folglich nicht ein Defizit oder eine Abweichung vom „männlichen Standard“, sondern eine eigenständige Perspektive auf dieselbe Wahrheit.
Das Konzept der „Alterität”, das die radikale Verschiedenheit des Anderen anerkennt, führt in der Auseinandersetzung erst dazu, dass wir Klarheit über die eigene Identität gewinnen.
Ohne das Gegenüber, hier in Form der Brüder, wäre unsere Arbeit einfach „Freimaurerei“. Erst durch die Existenz dieses „Anderen“ wird unsere Arbeit zur „weiblichen“ Freimaurerei.
Der Podcast lädt ein, Fragen zu stellen und einen respektvollen Dialog über die Freimaurerei und ihre Werte zu führen.

