Manche Menschen blicken neidisch (oder besorgt) auf die „Effizienz“ autokratischer Systeme, weil demokratische Prozesse oft langwierig und bürokratisch erscheinen.
Das Erleben von bürokratischem Frust mit der Verwaltung führt nicht selten zu einem Erleben von Demokratie als ineffizientem System, denn die Verwaltung ist mitverantwortlich dafür, dass die Menschen sich mit der Demokratie identifizieren. In dieser Folge aus der Bauhütte fragen sich Antje und Barbara, ob das Gefühl, im „Apparat“ nicht mehr gehört zu werden, zum Rückzug ins Private führt – und, ob es dieses Phänomen auch in der Freimaurerei gibt.
Wenn Treffen überwiegend aus Organisation, aus Protokollen, Kassenberichten und Satzungsfragen bestehen, stirbt dann der freimaurerische Geist?
Wenn die Logenverwaltung oder die Großloge wichtiger werden als das gemeinsame Erleben, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Arbeit an rauem Stein, dann müssen wir uns fragen: Dient die Struktur noch dem Inhalt oder verwaltet sie sich nur noch selbst?
Wenn Mitglieder sich fragen: „Warum bin ich eigentlich hier?“, sollte die Antwort lauten: „Um ein besserer Mensch zu werden und Gemeinschaft zu erleben – und nicht um den Vorstand zu entlasten. Wer im Beruf schon in Hierarchien und Bürokratie steckt, sucht in der Loge Freiheit und Tiefe.
Wie müssen Organisationsformen in Logen also sein, damit sie Kreativität und Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder fördern und Lust wecken auf ein Mittun in jeder Form?
Auch bei diesen Fragen möchten wir Loge als ein Labor erleben, das uns hilft, einen positiven Blick auf Mitgestaltung und demokratische Prozesse beizubehalten.

