Gut genug

KITSCHKRIEG feat. BLUMENGARTEN & SHIRIN DAVID – GUT GENUG, dieser Song wird zur Zeit besonders von jungen Leuten bei allen möglichen Gelegenheiten angestimmt. Grund genug für Antje und Barbara sich dem Thema Selbstliebe in der aktuellen Sommerfolge zu widmen. Dabei beleuchten sie dieses in Deutschland schon immer ambivalent diskutierte Thema nicht nur im pop- und alltagspsychologische Diskurs, sondern betrachten auch die Kommerzialisierung und den therapeutisch-klinische Kontext.

Selbstliebe kann als fundamentale Basis für Resilienz und psychische Gesundheit verstanden werden oder auch als Werkzeug, um überhaupt erst in Resonanz mit der Welt treten zu können.

Häufig hängt dem Streben nach Selbstliebe aber auch ein ausbeuterischer Optimierungszwang oder die vermeintliche Förderung von Narzissmus und Egoismus an.

Dieses Spannungsfeld zwischen Befreiung/Heilung und Leitungspflicht bzw. Ich-Bezogenheit ist kein neues und auch kein rein europäisches Phänomen. Es wird beispielhaft bereits bei Aristoteles und später bei Rousseau, aber auch im Konfuzianismus und Buddhismus sowie in der Philosophie von Ubuntu  (Südafrika) besprochen.

In der Freimaurerei begegnet einem das Konzept der Selbstliebe ebenfalls fast auf Schritt und Tritt, auch wenn das Wort selbst in den Ritualen und Zeichnungen selten so explizit genannt wird. Die maurerischen Werkzeuge und die wesentlichen Sinnbilder in der Freimaurerei fordern aber die Brüder und Schwestern immer wieder dazu auf, sich mit dem Erkenne dich selbst und der Kette als Symbol der Gemeinschaft zu befassen.